Sonnige Wacholderheiden, auf denen Schafe weiden, Streuobstwiesen und glitzernde Fischteiche im Tal, wogende Kornfelder und Hopfengärten auf den Jurahöhen – die Landschaft im Naturpark Altmühltal ist ein Augenschmaus – und steckt voller Genussversprechen. Wander- und Radtouren wecken hier deshalb gleich doppelt den Appetit. Zum Glück gibt es unterwegs auch viele Gelegenheiten, ihn zu stillen. Eine Gelegenheit zur Einkehr findet sich immer, aber manche Touren haben sich besonders dem Genuss verschrieben.
Ein Tipp für alle, die es deftig lieben, ist die „Wirtshaus-Tour“ in Treuchtlingen. Dank seiner Lage in der Mitte Bayerns treffen im Naturpark Altmühltal fränkische, schwäbische und altbayerische Küchentraditionen zusammen. Erstere herrscht in Treuchtlingen vor, und so gehört zu den Highlights der Rundwanderung ein typisch fränkischer Bierkeller: Im Wettelsheimer Keller genießt man unter alten Bäumen ein frisch gezapftes Bier aus der Wettelsheimer Brauerei und dazu deftige Spezialitäten – etwa Bratwürste mit Sauerkraut oder ein „Schäufele“, eine knusprig gebratene Schweineschulter. Wer die Wanderung direkt am Bierkeller beginnt, sollte sich die Einkehr aber vielleicht besser für den Abschluss aufheben. Am Waldrand entlang führt der Weg zunächst nach Wettelsheim, wo der Gasthof „Zum goldenen Lamm“ eine weitere schöne Gelegenheit zur Einkehr bietet. Hier ist das Ambiente weniger rustikal, die Speisekarte aber ebenfalls fränkisch geprägt. Der Anstieg auf den Bubenheimer Berg beschert den Wanderern bald darauf einen schönen Ausblick über das Tal. In Graben liegt noch eine Besonderheit an der Strecke, bevor nach 14 Kilometern wieder der Ausgangspunkt erreicht ist: Der Karlsgraben zeugt von dem Versuch Karls des Großen, die Flusssysteme von Main und Donau über einen Kanal miteinander zu verbinden – ein Traum, der erst viele Jahrhunderte später verwirklicht wurde.
Lieber bayerisches Weißwurstfrühstück statt fränkisches „Schäufele“? Dann bietet sich der Wanderweg „Neumarkter Bier-Vielfalt“ an. Der Bahnhof Neumarkt i.d.OPf. ist ein guter Startpunkt für die 16,4 Kilometer lange Runde, auf der Genießer die süffigen Erzeugnisse der drei ortsansässigen Brauereien kennenlernen. Gleich zum Auftakt lädt der „Obere Ganskeller“ der Gansbrauerei zum Frühschoppen ein. Wer den Schildern mit dem Bierkrug noch etwas weiter folgt, kann am Freitag und an den Wochenenden auch im Tagungs- und Gästehaus des Klosters St. Josef einkehren. Danach gilt es, die Stufen auf den Mariahilfberg zu erklimmen. Oben warten eine barocke Wallfahrtskirche und ein traumhafter Ausblick. Ein Stück geht es noch bergauf, dann ist im Ort Höhenberg schon die nächste Einkehrmöglichkeit erreicht, entweder auf der Aussichtsterrasse des Hotels Schönblick oder im Almrefugio. Beide setzen nicht nur bei den Bieren auf Regionalität, sondern auch bei den Zutaten für die Gerichte auf der Speisekarte. Auf die Stärkung folgt ein entspannter Spaziergang durch den Wald, vorbei an einem idyllisch zugewachsenen ehemaligen Steinbruch. Schließlich zieht die Burgruine Wolfstein die Blicke auf sich. Neumarkts Wahrzeichen beeindruckt mit seiner langen Geschichte und dem weiten Blick über die Stadt. Nicht weit von der Burgruine entfernt bietet sich am „Krähentisch“, einem auffälligen Felsen, noch einmal ein Panoramablick. Trockenrasen und Wacholder säumen den Weg zum Berghotel Sammüller, wo man sich mit Lammsbräu-Bieren und bayerischen Spezialitäten stärken kann. Bergab geht es nun an den historischen Ludwig-Donau-Main-Kanal und durch das ehemalige Landesgartenschaugelände in die Altstadt. Ein kleiner Umweg führt zuvor zur Brauerei Lammsbräu: An jedem ersten Samstag im Monat kann man um 10 Uhr ohne Voranmeldung an einer Führung durch die Bio-Brauerei teilnehmen. In der Altstadt endet die Tour mit Spezialitäten der dritten Neumarkter Brauerei: Die Glossner-Bräu ist seit beeindruckenden 14 Generationen in Familienbesitz. Das urige Neumarkter Bräustübl bietet den idealen Rahmen, um ihre süffigen Spezialitäten zu verkosten.
Den Spuren der Biertradition können Aktive im Naturpark Altmühltal auch mit dem Fahrrad folgen: Die „Jura-Bier-Tour“ führt sie zwischen Feldern mit Braugerste in urige Dörfer. Als Startpunkt ist Kinding mit der Bahn gut zu erreichen. Von dort folgt die Route zunächst dem Anlautertal-Radweg durch kleine Orte mit den für die Region typischen Jurahäusern. In Titting überrascht das Wasserschloss, in dem bereits die Eichstätter Fürstbischöfe eine Brauerei einrichten ließen. Heute entstehen dort die Weißbierspezialitäten der Privatbrauerei Gutmann. Ausgeschenkt werden sie – natürlich auch in der alkoholfreien Variante – unter anderem im Metzgerei-Gasthof Baumann, dessen liebevoll renoviertes Fachwerkhaus an der Hauptstraße die Blicke auf sich zieht. Gleich nebenan verkauft die Brennerei Stürhof unter anderem einen Weizenbierlikör. Ein Stück folgt man noch der Anlauter, dann geht es hinauf auf die Jurahöhen, wo die Brauereiendichte besonders hoch ist: In Nennslingen ist die Ritter St. Georgen Brauerei zu Hause, ein paar Kilometer weiter die Felsenbräu Thalmannsfeld, Deutschlands erste Solarbierbrauerei, und schließlich – nach einer Abfahrt – die Pyraser Landbrauerei. Zwischendurch kann man im Gasthof Winkler in Alfershausen einkehren: Tiere aus eigener Aufzucht und eine eigene Metzgerei sind hier die Grundlage für fränkische Spezialitäten. Wer lieber internationale Küche aus regionalen Zutaten probieren möchte, radelt noch ein Stück weiter nach Thalmässing. Dort überrascht das Gasthaus zur Linde mit südafrikanischem Soul Food und Pizza. Im Thalach- und Schwarzachtal rollt man anschließend entspannt dem Startpunkt entgegen, wobei es sich lohnt, noch eine Pause im Städtchen Greding mit seinen Türmen und barocken Bauten aus der Zeit der Eichstätter Fürstbischöfe einzulegen.
Viele weitere Wander-, Rad- oder auch Gravelbike-Touren führen direkt zum Genuss, auch wenn sie ihn nicht im Namen tragen. So wandert man etwa auf dem Weltenburger Höhenweg von Kelheim aus durch die fesselnde Landschaft des Donaudurchbruchs zur ältesten noch bestehenden Klosterbrauerei der Welt in Weltenburg. Beim „Ausflug in die Flussgeschichte“ radelt man rund um Eichstätt vom Fischbistro in Wellheim zum „Klosterbräu“ in Bergen, wo nicht nur Feinschmeckerküche, sondern auch hausgemachte Kuchen und saisonale Strudel nach Großmutters Rezept serviert werden, und auf der „Kultur-Tour an zwei Kanälen“ kehrt man im „grünen Kloster“ Plankstetten ein, wo Klosterschenke und Hofladen Brot, Wurst, Käse und mehr aus eigener Herstellung anbieten. Noch mehr Tipps für genussreiche Wander- und Radtouren gibt es online auf der Website des Naturpark Altmühltal. Dort sind auch Infos rund um Einkehrmöglichkeiten, kulinarische Erlebnisse und Veranstaltungen für Feinschmecker zu finden.
Mehr Informationen: Informationszentrum Naturpark Altmühltal, Notre Dame 1, 85072 Eichstätt, Telefon 08421/9876-0, info@naturpark-altmuehltal.de, www.naturpark-altmuehltal.de/genussjahr-2026
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