Ja, natürlich!
Altmühltal-Panoramaweg (Solnhofen)

Altmühltaler Weiderind

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Der Verein Naturpark Altmühltal (Südl. Frankenalb) e.V. startet nach intensiver Vorbereitung das Projekt „Altmühltaler Weiderind“ als einen wichtigen Meilenstein zur nachhaltigen Entwicklung der Grünland-Kulturlandschaft im Naturraum Frankenalb. Und der Naturpark setzt damit- angesichts der aktuellen rechtlichen Neuorientierung bei der Weideschlachtung – auch neue Maßstäbe für Klimaschutz, Landschaftspflege und Tierwohl.

Mit dem Abschluss der Voruntersuchungen kann jetzt von Landwirten und Metzgerei-Betrieben eine gemeinsame „Altmühltaler Weidefleisch-Vermarktungsgesellschaft“ aufgebaut werden, die künftig das „Altmühltaler Weiderind“ auf der Grundlage eigener Qualitätskriterien vermarkten wird. Unterstützung bei der Projektentwicklung leisten die Landwirtschafts- und Naturschutzbehörden sowie die Landschaftspflegeverbände. Die Förderung der Initiative erfolgt im Rahmen des EU-Förderprogramms LEADER.
Die Inhalte dieser Kriterien sind an den Anforderungen an das Bayerische Bio-Siegel an das Gütesiegel „Gute Qualität aus Bayern“ orientiert und bieten den Verbrauchern eine hohe Sicherheit bei der Gewährleistung einer naturverträglichen Grünlandbewirtschaftung sowie der darauf aufbauenden hohen Fleischqualität. Diese wird zusätzlich noch durch die dem Tierwohl Rechnung tragende Weideschlachtung erhöht. Ein Lebendtiertransport mit all seinen negativen Folgen für die Tiere und die spätere Fleischqualität entfällt komplett. Einen so hohen Anspruch an die Fleischqualität wird derzeit von keinem anderen Markenprogramm für einen umfassenden Naturraum angeboten.

Die dauerhafte Sicherung von extensivem Weidegrünland stellt zudem eine bedeutende Grundlage für die Klimaentlastung dar. Diese überragende kulturlandschaftliche Leistung gerade der Weidewirtschaft wird jetzt gezielt in das öffentliche Bewusstsein gehoben. Leider wurden diese überragenden Leistungen durch die Überbetonung der Methan-Emissionen von wiederkäuenden Rindern in der veröffentlichten Diskussion massiv verdrängt. Denn diese in der Tat existierende Emission wirkt sich nur dann als Klimabedrohung aus, wenn man die unnatürliche Futtermittelbasis der Rinder von Ackerbauflächen – zu erheblichen Teilen sogar Soja-Import aus oftmals Regenwaldrodungen – als Grundlage nimmt. Mit der Umstellung auf eine rein grünlandbasierte Futtermittelgrundlage – wie beim Altmühltaler Weiderind – werden jedoch diese Emissionen durch die vielfach höher wirksamen Klimaeffekte der Weiderhaltung mehr als ausgewogen. Denn mit dieser Umstellung werden über die nachhaltige Bodennutzung der Weidetiere in starkem Maße Biomasse und Humus gebildet, die zu einer enormen CO²-Bindung beitragen. Diese über Jahrhunderte bewährte Koevolution von Weideland und Weidenutzung wird nun wieder aktiviert. Und angesichts der zu erwartenden Trockenperioden spielen solche feuchtigkeitsfördernden Bodenprozesse einerseits, aber auch die Pufferfunktion bei vermehrten Starkregenereignissen andererseits eine für den Boden- und Klimaschutz ähnlich bedeutsame Funktion, die wir sonst nur den Wäldern zuordnen.

Mit dem Vermarktungs- und Marketingprojekt „Altmühltaler Weiderind“ wird auf dieser ökologischen Grundlage aber auch noch ein wertschöpfendes Regionalprodukt kreiert, das der Landwirtschaft und dem Lebensmittel verarbeitenden Handwerk ausgezeichnete Zukunftsperspektiven im Bereich des Naturpark Altmühltal bietet.

Im Naturraum der Südlichen Frankenalb sollen künftig auf Initiative des   Naturpark Altmühltal zunächst etwa ein Dutzend landwirtschaftliche und handwerkliche Betriebe diese jetzt notwendige Vermarktungsgesellschaft gründen, ehe danach die konkrete Vermarktung beginnen kann. Die MitarbeiterInnen des Naturparks sind sich dabei sicher, dass die Zahl der an diesem Projekt interessierten Tierhaltungs- und Metzgereibetriebe noch deutlich steigen wird. Viele dieser rund 100 interessierten Unternehmen müssen jedoch erst noch eine Reihe von betrieblichen Voraussetzungen erfüllen, ehe sie an diesem zukunftsweisenden Naturparkprojekt aktiv  teilnehmen können.
Gastwirte und der interessierte Fach- und Einzelhandel im und auch im weiten Umfeld um den Naturpark werden diese Premiumprodukte in Zukunft über die „Altmühltaler Weidefleisch-Vermarktungsgesellschaft“ beziehen können.