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Keine Kohlestromtrasse durch den Naturpark Altmühltal!

Naturparkverein verabschiedet Resolution gegen die geplante „Gleichstrompassage Süd-Ost“ quer durch den Naturpark Altmühltal.

Auf einer außerordentlichen Vorstandssitzung des Verein Naturpark Altmühltal (Südliche Frankenalb) e.V. hat der Vorstand einstimmig eine Resolution gegen die geplante Stromtrasse der Amprion GmbH verabschiedet. Auf der Messe Freizeit in Nürnberg unterzeichneten der 1. Vorsitzende Landrat Anton Knapp, sein Stellvertreter Landrat Gerhard Wägemann und Geschäftsführer Christoph Würflein das Papier im Beisein von Landrat Herbert Eckstein und Bürgermeister Manfred Preischl, die als Mitglieder des Naturparkvereins geschlossen hinter der Resolution stehen.

Diese wird  den kommenden Tagen an die Bayerische Staatsregierung und alle Mitglieder versandt. Nachfolgend der Wortlaut der Resolution:

Der Vorstand des Naturpark Altmühltal e.V. hat am 26. Februar 2014 nachfolgende Resolution zu den Planungen der Amprion GmbH für eine „Gleichstrompassage Süd-Ost“ quer durch den Naturpark Altmühltal beschlossen:

Der Naturpark Altmühltal e.V. lehnt die vorgelegten Planungen für eine „Gleichstrompassage Süd-Ost“ quer durch den Naturpark Altmühltal einschließlich aller Alternativtrassen nachdrücklich ab. 

Aus Sicht des Naturpark Altmühltal würde die Gleichstromtrasse – deren energiewirtschaftliche Notwendigkeit derzeit nicht nachgewiesen ist – eine schwere Beeinträchtigung der einzigartigen Kulturlandschaft der Südlichen Frankenalb mit sich bringen. Der mit der Gleichstromtrasse verbundene Eingriff schädigt zudem nachhaltig den touristischen Wert der Landschaft und führt damit zu einer Gefährdung des für Arbeitsplätze und Wertschöpfung wichtigen Wirtschaftsfaktors Tourismus im Naturpark Altmühltal.

Die Trassen stellen für den Naturpark Altmühltal zudem eine Belastung ohne Nutzen dar. Nachdem die Gleichstromtrasse dort beginnt, wo zahlreiche mit Braunkohle betriebene Großkraftwerke arbeiten, besteht die Gefahr, dass mit dieser teuren Transporttrasse für Strom die bestehenden, klimaschädlichen energiewirtschaftlichen Strukturen auf Jahrzehnte zementiert werden. Die notwendige Entwicklung eines dezentralen, verbrauchernahen, primär auf regenerativen Quellen fußenden Stromversorgungssystems mit hochflexiblen Gasreservekraftwerken und dezentralen Kraftwärmekoppelungsanlagen als Ergänzung wird dadurch verhindert.

Im Naturpark Altmühltal sind in den letzten Jahren zahlreiche Biomasse-, Windkraft- und Photovoltaikanlagen entstanden. Die Naturparkregion leistet damit bereits heute einen entscheidenden Beitrag zur Energiewende. Mit dem Modellprojekt „Standortfindung für Windkraftanlagen im Naturpark Altmühltal“ (Zonierungskonzept) hat der Naturpark Altmühltal zudem einen wichtigen Beitrag für eine landschafts- und naturverträgliche Windkraftnutzung in Landschaftsschutzgebieten geleistet.

Die Bundesregierung, die Bundesnetzagentur und die Bayerische Staatsregierung werden aufgefordert, die Notwendigkeit der „Gleichstrompassage Süd-Ost“ im Hinblick auf bereits im Bau befindliche bzw. geplante Lückenschlüsse im Stromübertragungsnetz sowie den Einsatz neuer Technologien einer erneuten Prüfung zu unterziehen und den sofortigen Stopp der Planung einzuleiten.


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